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© JUZO-NRW
JuZO NRW – Musizieren verbindet
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Von Lena Kölmel .... (NRW)
Mein Name ist Lena Kölmel, ich bin 16 Jahre alt und war bis zum letzten Jahr Mitglied des JuniorZupfOrchesters NRW (JuZO NRW). Das JuniorZupfOrchester NRW ist ein Auswahlorchester, welches sich aus jungen Gitarren-, Mandola- und Mandolinenspielern und -spielerinnen, sowie Bassisten im Alter von 10-16 Jahren zusammensetzt. Die jungen Musiker sind oftmals Preisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ auf allen Ebenen oder anderer Wettbewerbe.
Unter der Leitung von Annika Hinsche haben wir uns in den vergangenen Jahren, mindestens einmal pro Jahr getroffen. Meist war es eine Woche in den Sommerferien, die wir gemeinsam verbracht haben. Das Dozententeam bestand aus Kristina Lisner, Dozentin für die 1. Mandoline (und Organisation), Melanie Hunger, der Dozentin für die 2. Mandoline, Fabian Hinsche und Corinna Schäfer, Dozenten für Gitarre, Adrian Karperien, Dozent für Mandola und Thomas Kolarczyk, Bass.
Wenn man den Begriff „Auswahlorchester“ hört, könnte man meinen, wir würden jeden einzelnen Tag komplett mit Proben verbringen, aber so war es nicht. Natürlich haben wir den Großteil unserer Zeit mit musizieren verbracht. Egal, ob Orchesterproben, an denen alle beteiligt waren, Stimmproben oder die Übezeit nach dem Mittagessen; ich streite nicht ab, dass es eine harte und auch anstrengende Zeit war. Aber, ich glaube, da kann ich für alle Mitglieder des Orchesters sprechen, „es war eine wunderbare Zeit“! Es hat uns jedes Jahr aufs Neue sehr viel Spaß gemacht. Sonst wären wir ja nicht alle jedes Jahr wiedergekommen. Das erste Mal, als „Neuling“ dazu zu kommen war für die einen leichter, weil sie einige schon von anderen Veranstaltungen oder Reisen kannten, für andere, die noch niemanden kannten, vielleicht etwas ungewohnt und fremd, aber auch sie haben sich leicht eingefunden und wurden von allen anderen schnell integriert und mit offenen Armen aufgenommen.
Ich kann mich noch gut erinnern, als ich das erste Mal dabei war und mir nach den ersten paar Tagen die Finger weh taten und ich mich gefragt habe, wie ich das noch weiter aushalten soll. Es war wirklich ungewohnt und Disziplin und Wollen gehörten dazu, um sich an diesen intensiven Tagesablauf zu gewöhnen. Aber es ist schließlich nicht ohne Grund ein Auswahlorchester.
Wir haben oft gesagt, dass unser Tag im Prinzip aus Proben und Essen bestand, wobei dies natürlich übertrieben ist, da wir selbstverständlich auch Freizeit hatten oder sich die Dozenten Dinge, wie zum Beispiel eine lustige Rallye, ausgedacht haben, um den anstrengenden Alltag ein wenig auf zu lockern. Das kam bei allen Spielern und Spielerinnen immer gut an. Ein weiteres „Highlight“ waren Besuche von Komponisten, die teilweise ein Stück extra für unser Orchester geschrieben haben und sich dieses daraufhin natürlich auch live anhören wollten.
Am Ende jeder Probenwoche, haben wir Jahr für Jahr ein Konzert vorbereitet und zum Besten gegeben, damit unsere Musik nicht ungehört blieb. Im letzten Jahr 2014, allerdings haben wir unser Publikum erweitert, beziehungsweise, wir wollten nicht nur hauptsächlich unseren Familien, die so oder so wussten, wie gut wir spielen können, zeigen, was wir erarbeitet haben, sondern uns vor einer Jury beweisen. Im Jahre 2013 stand es schon fest:
„Wir nehmen teil am 5. Wettbewerb für Auswahlorchester in Siegen.“ Das bedeutete eine gute Vorbereitung, Konzentration und Disziplin fürs Jahr 2014.
Im Mai trafen wir uns das erste Mal in der Jugendherberge in Solingen-Gräfrath. Wir bekamen die Noten, die wir im November auf dem Wettbewerb spielen würden. Unsere Begeisterung, als wir die Noten des Allegros aus „Sinfonietta“ von Heinrich Konietzny, welches die Jury beim Wettbewerb sehr begeistert hat und welches sie von uns beim Preisträgerkonzert hören wollten, bekamen, hielt sich in Grenzen. Das moderne, relativ schwere Stück stellte eine große Herausforderung für unser junges Orchester dar, wobei diese Herausforderung nicht als schlecht zu bewerten ist, sondern als eine Aufgabe für uns. Nach sehr häufigem Üben und Durchspielen, fanden viele von uns schließlich doch Gefallen an dem Stück und es war auf einmal gar nicht mehr so „doof“ wie am Anfang. Unsere anderen beiden Wettbewerbsstücke waren die „3 Szenen“, unterteilt in „Unterwegs“, „Ballade am See“ und „Ostinato-Party“ von Philipp Matthias Kaufmann und das Stück „Dance of the fire celebration“ von Yasuo Kuwahara. Letztgenanntes kannten einige von uns schon aus dem Jahr zuvor, und hatten es schon 2013 lieben gelernt.
Das zweite Treffen, die ausführliche Probenwoche, fand genau wie in den Jahren zuvor in den Sommerferien statt. Wir befanden uns für knapp eine Woche im Salvador-Allende-Haus in Oer-Erkenschwick und probten weiter ausgiebig für das große Ereignis. In der Zwischenzeit, von Juli/August bis zum großen Tag im November hatten wir alle den Auftrag, sowohl allein, als auch gemeinsam mit unseren Instrumentallehrern in unserer Heimatstadt fleißig zu üben, damit das ganze ausgiebige Proben nicht umsonst war. Ein zusätzlicher Probentag Ende September in Hilden half uns, das Erlernte auch weiterhin zu bewahren.
Als wir dann am Donnerstag, den 07. November 2014, mittags in unserer Unterkunft, die man schon aus weiter Entfernung sehen konnte, da sie mitten auf einem Berg lag, in Siegen ankamen, hatten wir erst einmal ein wenig Zeit anzukommen und unsere Zimmer einzurichten. Außer uns waren noch weitere Orchester dort untergebracht.
Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, nutzten wir den restlichen Freitag, sowie den Samstagmorgen zum Vertiefen unserer Wettbewerbsstücke. Am Samstagmittag traten wir dann den Weg nach unten an, und „antreten“ ist genau das richtige Wort, denn der Bus, der uns zur Siegerlandhalle, dem Wettbewerbsort, fahren sollte, kam den Berg zur Burg nicht hinauf, also mussten wir zu Fuß laufen, mit Sack und Pack. In der Siegerlandhalle angekommen, waren wir natürlich alle sehr aufgeregt; es herrschte eine knisternde Atmosphäre, angespannt und konzentriert zugleich.
Die Einen schauten sich nochmal die schwierigsten Stellen in den Stücken an, andere waren damit beschäftigt sich umzuziehen, bzw. ihre Konzertschuhe, die für den Fußmarsch nicht gerade geeignet waren, gegen die Wanderschuhe zu tauschen und wieder Andere versuchten einfach ruhig zu bleiben und sich mental auf unseren großen Auftritt vorzubereiten.
Dann war es endlich so weit. Wir wurden von einem Mitglied des Betreuungspersonals aus unserem Warteraum abgeholt und auf die Bühne geführt. Alles verlief so, wie wir es geprobt hatten, wenn nicht sogar noch besser. Der Einzug auf die Bühne, die Einsätze, die Dynamik und alles, was zu einem sehr guten Auftritt sonst noch dazu gehört. Der Meinung waren nicht nur wir Spieler und Spielerinnen, sowie unsere Dozenten und unsere Dirigentin, sondern ebenso die Jury. Nach Stunden des Wartens, die uns wie eine Ewigkeit vorkamen, war es soweit: Die Siegerehrung begann. Nach Posaunenchören, Spielleutekorps, Blasorchestern, sowie Zither- und Gitarrenorchestern ertönten endlich die erlösenden Worte des Moderators: „Nun kommen wir zu den Zupforchestern“. Er begann mit dem neunten Platz und die Spannung und ebenso die Hoffnung stiegen von mal zu mal, bei dem wir nicht vorgelesen wurden. Und irgendwann war es so weit: Nur noch zwei Orchester standen vorne auf der Bühne. Eins davon waren wir. Als der Moderator dann den zweiten Platz vorlas und es nicht der Name unseres Orchesters war, fielen wir uns vor Freude in die Arme. Wir hatten es geschafft! Wir waren das beste Zupforchester des deutschlandweiten Wettbewerbs für Auswahlorchester!
Wir waren die Sieger in Siegen! Unglaublich! Preistraeger 2014-005
Nachdem wir noch einige Zeit weiter gefeiert hatten, wurden wir wieder von einem Bus abgeholt, in dem die Fahrt nicht langweilig wurde, da wir uns alle so sehr freuten und unseren Auftritt, sowie die Gesichter der anderen, die gesehen haben, dass das jüngste Zupforchester gewonnen hat, Revue passieren ließen. Am Fuße des Berges mussten wir aussteigen und den anstrengenden Anstieg auf den Berg antreten. In der Burg angekommen, feierten wir noch ein wenig. Allerdings
wurde es nicht allzu spät, da wir auch am nächsten Tag zu dem Preisträgerkonzert einigermaßen „fit“ sein wollten.
Und so ging auch dieses Jahr mit dem JuZO zu Ende. Es war ein supertolles Erlebnis und eine inspirierende Bestätigung, nicht nur die Anerkennung und den Applaus unserer Eltern und Bekannten zu bekommen, sondern von einer Fachjury und anderen Zuhörern derart ausgezeichnet zu werden. Für mich war es das letzte Jahr mit dem JuniorZupfOrchster NRW, da ich nun zu alt bin. Zum Glück gibt es das JugendZupfOrchester NRW für die „Älteren“.
Ich möchte abschließend nochmal betonen, dass es Jahr für Jahr eine tolle Zeit war. Ich habe neue Leute kennengelernt, die zu Freunden wurden und ich wusste, wir würden uns spätestens im nächsten Jahr wiedersehen. Sich privat zu treffen war oft schwierig und mit großem Aufwand verbunden, da sich das Orchester, wie gesagt, aus Spielern und Spielerinnen aus ganz NRW zusammensetzt. Jede Übungsphase war eine anstrengende, aber ebenso lehrreiche und inspirierende Zeit, die die Dozenten abwechslungsreich gestalteten. Ich wäre gerne noch länger Teil dieses Orchesters geblieben, weil es schön ist mit Gleichaltrigen oder auch etwas Jüngeren zusammen zu musizieren und zu sehen, wie man zusammen wächst und von Mal zu Mal besser wird. In Siegen siegen, toll was wir ge- meinsam erreicht haben!
Trotzdessen war für mich der „Sieg in Siegen“ ein wunderbarer Abschluss dieser Zeit, und ich hoffe in den folgenden Jahren Teil des JugendZupfOrchesters NRW zu werden, um weiterhin gemeinsam mit einigen Freunden oder anderen netten Leuten zusammen musizieren zu können. Und für das JuniorZupfOrchester NRW hoffe ich, dass die folgenden Jahre genau so unvergesslich werden, wie die letzten und natürlich, dass es immer wieder neuen Nachwuchs findet, damit es noch ganz, ganz lange bestehen bleiben kann.
𝄢

Quelle:

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